Jedes Partnerprogramm, das heutzutage etwas auf sich hält, bietet sie seinen Webmastern an: RSS-Feeds zum Import in den eigenen Blog. So lassen sich für den Webmaster quasi auf Knopfdruck Tausende, Hunderttausende oder gar Millionen Seiten mit Blogeinträgen erstellen. Eine für den Webmaster eigentlich tolle Sache, die aber einen Haken hat. Es wird nämlich doppelter Content (im SEO-Jargon kurz „DC“ genannt) in wahren Massen produziert. Je beliebter ein Partnerprogramm ist, desto mehr Webmaster importieren diese vorgefertigten Feeds und gehen damit in den Suchergebnissen von Google & Co. baden. Man kann das wunderschön verfolgen, wenn man einen solchen Feed von z. B. eines der diversen Amateur-Mitmachportale bei
copyscape eingibt. Es wird klar, daß sich mit den vorgefertigten PP-Feeds zwar nahezu ohne eigene Arbeit ein riesiges Seitenarchiv erstellen läßt, doch wird man so kaum einen Blumentopf gewinnen können.
Ich selber habe solche vorgefertigten Feeds in einigen Blogs recht erfolglos im Einsatz und wollte es nun aber einmal konkret wissen. Nach einer neuen Wordpress-Multiuser Installation bot es sich an, hier einmal einen Vergleich zwischen handgeschriebenen Blogs und mit RSS-Feeds gefütterten Blogs zu ziehen. Hierzu hatte ich zwei Nischen mit je zwei Blogs belegt, je ein Blog handgeschrieben und ein Blog mit einem RSS-Feed aus zwei verschiedenen Partnerprogrammen, wobei ein Blog die Besonderheit hatte, daß ich hier manuell ein wenig über die Replace-Funktion in dem von mir verwendeten Auotoblog-Plugin nachgebessert habe. Ich habe also über eine Keyword-Liste ca. 40 häufig vorkommende Begriffe automatisch beim Import ersetzt um so dem doppelten Content entgegenzuwirken. Nach 6 Wochen hatte ich das erwartetete Ergebnis, das mehr als eindeutig ausfiel.
Die beiden handgeschrieben Blogs hatten nur 11 und 15 Beiträge, jedoch hatten mir die Suchmaschinen immerhin knapp 3.000 Besucher hierhin geschickt. Die beiden automatisierten Blogs, die nach den 6 Wochen auf über 60.000 (!) Seiten kamen, erhielten dagegen nicht einmal 100 Besucher, wobei der Blog, der ohne Replace-Funktion 1:1 importiert wurde, sogar gänzlich auf Besucher aus Suchmaschinen verzichten mußte.
Als Fazit ist für mich klar, daß ich in Zukunft mir die Arbeit, Blogs mit vorgefertigten Feeds zu erstellen, erspare und diese Zeit lieber in das Verfassen eines eigenen Artikels investiere. Es gibt zwar inzwischen vereinzelt Partnerprogramme, die sich des Problems angenommen haben —
Betacash und
Suxello wären hier zu nennen — und mittels dem sogenannten Text-Morphing jedem Webmaster weitgehend einmalige Feeds zur Verfügung stellen, doch bin ich davon überzeugt, daß selbstgeschriebene Artikel eindeutig bessere Ergebnisse liefern. Außerdem laufe ich so nicht Gefahr, daß Google irgendwann einmal solche automatisierten Blogs nicht nur (logischerweise) schlechter in den Suchergebnissen berücksichtigt, sondern anderweitig abstraft. Wer Google kennt, der weiß, daß dies keineswegs unwahrscheinlich ist.